Text: Diana Vogel
«Jetzt weiss ich, was ich brauche»
Als ich Melanie P. gegenübersitze, sehe ich eine aufgestellte und mutige Frau. Eine Frau, die weiss, was sie braucht und was sie will. Sie erzählt offen von ihrem Weg, von schwierigen Jahren, aber auch von ihren Zielen und Träumen. Heute lebt Melanie in ihrer eigenen betreuten Studiowohnung.
Melanies Weg zeigt, wie wichtig passende Lebensräume sind, in denen Menschen begleitet werden, ohne dabei ihre Selbstständigkeit einzuschränken. Helfen auch Sie mit, solche Entwicklungen zu ermöglichen?
Ein langer Weg
Seit ihrer Kindheit lebt Melanie mit vielfältigen körperlichen Beschwerden. Schmerzen und Erschöpfung prägten ihren Alltag und wurden zunehmend auch psychisch belastend. Um mit dem ständigen Stress und den Beschwerden umzugehen, griff Melanie zunehmend zu Alkohol. Was ihr kurzfristig Erleichterung verschaffte, wurde bald zu einer zusätzlichen Herausforderung.
Klinikaufenthalte wechselten sich mit betreuten Wohnangeboten der Stiftung Wisli ab. Die Unterstützung durch Fachpersonen half Melanie, Stabilität zu finden und Schritt für Schritt selbstständiger zu werden. Doch nicht jede Wohnform passte zu ihren Bedürfnissen. Melanie fehlte ein Ort, an den sie sich zurückziehen und zur Ruhe kommen konnte. Ihr Wunsch war klar:
Sie wollte alleine wohnen.
Gemeinsam mit den Fachpersonen setzte sie alles daran, ihren Wunsch zu verwirklichen.
2026 – Melanies Jahr
Sie führt heute ihren eigenen Haushalt, lebt abstinent und besucht unsere Tagesstätte. Auch ihre langjährigen körperlichen Beschwerden haben endlich einen Namen: Melanie erhielt die Diagnose Ehlers-Danlos-Syndrom*.
«Nun kann ich endlich zuordnen, wieso meine Gelenke schmerzen oder weshalb ich immer wieder blaue Flecken habe», erzählt sie. Die Diagnose half Melanie, ihren Körper und ihre eigenen Bedürfnisse besser zu verstehen und bewusster mit ihren Kräften umzugehen.
Ein eigener Raum, ein grosser Schritt
Seit August lebt Melanie in einer unserer betreuten Studiowohnungen. Damit ist ihr grosser Wunsch in Erfüllung gegangen.
Sie gestaltet ihren Alltag weitgehend selbstständig und weiss zugleich: Wenn sie Unterstützung braucht, ist jemand da. Eine Fachperson kommt am Nachmittag vorbei und ist tagsüber telefonisch erreichbar.
«Wenn sich während des Tages eine Herausforderung auftut, die ich nur schwer bewältigen kann, bin ich froh, dass mein Betreuer schnell erreichbar ist», erzählt Melanie. Für Melanie bedeutet das:
Sicherheit, ohne ihre Selbstständigkeit einzuschränken.
Nähe, ohne den eigenen Raum zu verlieren.
Nach ihrem Arbeitstag in der Tagesstätte widmet sie sich ihrer grossen Leidenschaft: der Buchhaltung. Sie bildet sich weiter und hat ein klares Ziel vor Augen: «Irgendwann werde ich für ein Büro die Buchhaltung verantworten», strahlt Melanie. Wer Melanie heute erlebt, zweifelt kaum daran, dass sie diesen Weg gehen wird. Sie hat bereits bewiesen, wie viel sie erreichen kann.
Wohnraum, der Menschen stärkt
Die Bedürfnisse der Menschen, die bei der Stiftung Wisli leben, verändern sich. Immer mehr jüngere Menschen wünschen sich Unterstützung, ohne auf einen eigenen Rückzugsort und ein selbstbestimmtes Leben zu verzichten. Deshalb entwickeln wir unsere Wohnangebote weiter.
Aus Wohnräumen sollen Lebensräume werden: Orte zum Ankommen, Durchatmen und Kraftschöpfen – und Orte, an denen Menschen ihren eigenen Weg gehen können.
Mit Ihrer Spende helfen Sie mit, solche Lebensräume zu schaffen.
Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung und dafür, dass Sie Veränderung möglich machen.

Ehlers-Danlos-Syndrom*: genetisch bedingte Form einer Bindegewebsveränderung. Betroffene besitzen eine allgemeine Gelenksüberbeweglichkeit und eine reduzierte körperliche Belastbarkeit. Die Symptome und Leiden sind vielfältig: Gelenksblockaden, Bandscheibenvorfälle, Nervenquetschungen und (Sub-)Luxationen von Gelenken gehören zum schmerzhaften Alltag.
Ihr Kontakt
+41 43 411 45 45
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Stiftung Wisli
Trafostrasse 1
8180 Bülach